DIN EN ISO 18119 – Wiederkehrende Inspektion und Prüfung von Gasflaschen
Ziel und Bedeutung der Norm
Die DIN EN ISO 18119 ist eine europäisch harmonisierte Norm, die Anforderungen, Prüfverfahren und Bewertungskriterien für die wiederkehrende Inspektion und Prüfung von nahtlosen Gasflaschen und Großflaschen aus Stahl und Aluminiumlegierungen festlegt.
Ziel der Norm ist es, die Betriebssicherheit von Druckgasflaschen über ihre gesamte Lebensdauer sicherzustellen und sicherheitsrelevante Schäden frühzeitig zu erkennen.
Anwendungsbereich und Einsatzbereiche mit Fokus auf Tauch- und Industriegasflaschen
Die Norm gilt unter anderem für:
- nahtlose Gasflaschen aus Stahl
- nahtlose Gasflaschen aus Aluminiumlegierungen
- Großflaschen und Druckgasröhren (Tubes)
Typische Einsatzbereiche
- technische und industrielle Gase
- Atemluft- und Tauchflaschen
- medizinische Gase
- mobile und stationäre Druckgasanwendungen
Tauchflaschen
Tauchflaschen unterliegen besonderen Beanspruchungen durch häufige Druckwechsel, Feuchtigkeitseintrag, Salzwasser sowie mechanische Belastungen beim Transport und Einsatz.
Die DIN EN ISO 18119 stellt sicher, dass:
- Korrosion im Innen- und Außenbereich frühzeitig erkannt wird
- Flaschenhals und Gewinde für den sicheren Ventileinbau geeignet bleiben
- die strukturelle Festigkeit der Flasche erhalten ist
Industriegasflaschen
Industriegasflaschen werden in unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt, z. B. für technische, medizinische oder Spezialgase. Abhängig von Gasart und Umgebung können erhöhte Anforderungen an Material und Zustand bestehen.
Die Norm berücksichtigt:
- gasartspezifische Einflüsse auf das Flaschenmaterial
- Belastungen durch häufige Befüllung und Transport
- unterschiedliche Einsatzbedingungen in Industrie und Gewerbe
Wiederkehrende Inspektion und Prüfintervalle
Die DIN EN ISO 18119 legt fest, dass Gasflaschen in regelmäßigen Abständen einer wiederkehrenden Inspektion und Prüfung zu unterziehen sind. Die konkreten Prüfintervalle richten sich nach verschiedenen Faktoren, unter anderem:
- dem Werkstoff der Gasflasche
- der enthaltenen Gasart
- den Einsatz- und Umgebungsbedingungen
- nationalen gesetzlichen und behördlichen Vorgaben
Vorbereitung der Gasflasche zur Prüfung
Identifikation und Sichtung
Vor Beginn der eigentlichen Prüfung wird die Gasflasche eindeutig identifiziert. Dazu zählen Herstellerkennzeichnungen, Seriennummern sowie vorhandene Prüfmarkierungen.
Druckentlastung und Ventilhandling
Je nach Prüfverfahren und Flaschentyp erfolgt eine vollständige Druckentlastung sowie gegebenenfalls der Ausbau des Ventils oder eine Prüfung mit montiertem Ventil, sofern dies normativ zulässig ist.
Äußere Sichtprüfung
Die äußere Sichtprüfung dient der Beurteilung des allgemeinen Zustands der Gasflasche. Dabei werden insbesondere folgende Merkmale geprüft:
- Korrosion und Materialabtrag
- Dellen, Verformungen und mechanische Beschädigungen
- Risse oder Kerben
- Zustand von Beschichtung, Lackierung und Flaschenboden
Innere Inspektion
Die innere Inspektion ermöglicht die Beurteilung des Innenzustands der Gasflasche. Sie dient unter anderem der Erkennung von:
- innerer Korrosion
- Materialangriffen durch Gase oder Feuchtigkeit
- Ablagerungen oder Fremdstoffen
- Schäden an Innenbeschichtungen
Prüfung von Flaschenhals und Gewinde
Der Flaschenhals und das Innengewinde werden mit geeigneten Lehren und Prüfmitteln überprüft. Ziel ist es, Verschleiß, Verformungen oder Rissbildung festzustellen, die die sichere Montage von Ventilen beeinträchtigen könnten.
Druckprüfung und Ultraschallprüfung
Druckprüfung
Die hydraulische Druckprüfung dient der Überprüfung der strukturellen Festigkeit der Gasflasche. Dabei werden Volumenausdehnung und elastisches Verhalten bewertet.
Ultraschallprüfung (UT)
Die Ultraschallprüfung ist ein zerstörungsfreies Prüfverfahren zur Ermittlung der Wanddicke und zur Erkennung von Materialschwächungen. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen als Alternative oder Ergänzung zur Druckprüfung eingesetzt werden.
Kennzeichnung und Dokumentation
Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt eine normgerechte Kennzeichnung der Gasflasche. Zusätzlich werden Prüfergebnisse dokumentiert, um die Rückverfolgbarkeit und Nachvollziehbarkeit sicherzustellen.
FAQ – Häufige Fragen
Ist die DIN EN ISO 18119 gesetzlich vorgeschrieben?
Die Norm selbst ist kein Gesetz, wird jedoch häufig als technische Grundlage für gesetzliche und behördliche Anforderungen herangezogen.
Gilt die Norm auch für Tauchflaschen?
Ja, da Tauchflaschen nahtlose Gasflaschen aus Stahl oder Aluminium sind.
Warum sind regelmäßige Prüfungen bei Tauchflaschen besonders wichtig?
Aufgrund von Feuchtigkeit, Salzwasser und häufigen Druckwechseln besteht ein erhöhtes Risiko für Korrosion und Materialschäden.
Gilt die Norm auch für Industriegasflaschen?
Ja, die DIN EN ISO 18119 gilt auch für Industriegasflaschen aus Stahl und Aluminium.
Wer darf Prüfungen durchführen?
Prüfungen dürfen ausschließlich von qualifiziertem Fachpersonal mit geeigneter Prüfausrüstung durchgeführt werden.
Kontakt
Prüfungen nach DIN EN ISO 18119 können – abhängig vom Anwendungsfall – in Abstimmung bei uns im Haus durchgeführt oder begleitet werden.
Bei Fragen können Sie uns gerne kontaktieren.
Telefon: +49 (0) 37206/84551
E-Mail: info@high-tech-diving.org